Equipment für Einsteiger


Welches Equipment benötigst du als Einsteiger?

Du fragst dich, was du als Einsteiger unbedingt brauchst und was dich das kostet? Ich gebe dir hier eine ungefähre Orientierung, damit du weißt, mit welchen Preisen du zu rechnen hast. Markenempfehlungen spreche ich nicht aus, aber wenn du dich in etwa an die vorgeschlagenen Budgets hältst, kannst du nicht viel falsch machen. Das Thema Equipment wird viel diskutiert, vor allem unter E-Gitarristen. Ich finde ein großes Equipment am Anfang zweitrangig. Du brauchst eine Gitarre und ein bisschen Zubehör, das war´s dann aber auch. Teure Effektgeräte sind am Anfang Schnickschnack und sie halten dich nur vom Üben ab. Eigentlich machst du es dir mit externen Effektgeräten am Anfang nur schwerer: ein Echo, ein Chorus, ein Hall klingen so supertoll, dass du vielleicht viel zu früh darüber nachdenkst, dir deine erste Band zu suchen. Ich finde, du solltest zuerst das Handwerk erlernen. Und wenn du herausgefunden hast, ob die Gitarre überhaupt etwas für dich ist, kannst du immer noch in Equipment investieren.

Wenn du nicht weißt, welche Art von Gitarre zu dir passt, ob du dir eine Konzert-, Akustik- oder E-Gitarre zulegen sollst, dann schau dir meinen Beitrag darüber an. Du findest ihn unter Allgemeines, er heißt Konzertgitarren, Akustikgitarren, E-Gitarren.

 

 

Was benötigt der Konzertgitarrist?

Eine Gitarre mit Hülle, einen Kapodaster und eventuell einen Notenständer. Zum Stimmen der Gitarre kannst du eine kostenlose App benutzen. Das war´s. Damit kannst du erstmal anfangen und die ersten Griffe lernen. Später kannst du dir immer noch weiteres Equipment zulegen, wie zum Beispiel ein Stimmgerät zum Anklippen, ein gutes Mikrofon, Liederbücher.

 

 

Wie teuer sollte eine Konzertgitarre sein?

Wenn du ein Instrument für ca. 200,00€ kaufst, kannst du erstmal nicht viel falsch machen. Instrumente im Einsteigerpaket für 49,00€ sind unbrauchbar. Es gibt bei thomann.de auch Gitarren für ca. 90,00€, die sind nicht wirklich schlecht, aber sie machen dich nicht ewig glücklich. Irgendwann wird dich der dicke Hals und der zu dünne Klang nerven.

Gitarren bestehen aus Holz und Holz ist ein Naturprodukt, das nicht schnurgerade an den Bäumen wächst. Das heißt, jede Gitarre ist ein Unikat und unterscheidet sich von jeder anderen. Besonders das Griffbrett muss schnurgerade sein, der Hals darf nicht durch die Saitenspannung nach vorn gezogen werden, sonst ist die Saitenlage zu hoch und das Spielen eine Quälerei. Ob der Hals gerade ist, kannst du überprüfen, indem du vom Gitarrenkopf her so über die Bundstab-Enden schaust, dass sie eine Flucht bilden, diese Flucht muss schnurgerade sein. Diesen Test solltest du beim Gitarrenkauf immer machen.

 

 

Was benötigt der Akustikgitarrist?

Der Akustikgitarrist benötigt das gleiche Equipment wie der Konzertgitarrist, eine Gitarre mit Hülle, einen Kapodaster, der sich übrigens von dem für Konzertgitarren unterscheidet. Er ist gebogen, da das Griffbrett bei Akustikgitarren leicht gewölbt ist. Wer am Anfang unbedingt einen Notenständer haben will, soll ihn sich zulegen. Der Akustikgitarrist sollte sich auch eine Auswahl an Plektren und eventuell einen Gurt zulegen.

 

 

Wie teuer sollte eine Akustikgitarre sein?

Die preiswertesten bekommst du ab 150,00€. Wenn du ein bisschen Spaß am Spielen haben willst, solltest du aber nicht weniger als 250,00€ ausgeben. Eine Akustikgitarre kannst du dir unbesorgt auch online kaufen, da du nicht unbedingt darauf achten musst, dass der Hals gerade ist. Jede Akustikgitarre hat eine Vorrichtung zum Einstellen der Halsneigung.

 

 

Was benötigt der E-Gitarrist?

Eine E-Gitarre mit Hülle und Gurt, einen Verstärker mit Gitarrenkabel und jede Menge Plektren. Ob der Verstärker eine eingebaute Effektstrecke hat, ist nicht so wichtig. Generell reichen intern verbaute Effektprozessoren sowieso nicht an die Qualität von externen Effektgeräten heran.

 

 

Wie teuer sollte eine E-Gitarre sein?

Man bekommt für 189,00€ schon Gitarrensets betehend aus Gitarre, Hülle und Gurt, einem 20-Watt-Verstärker inklusive Kabel, einem Stimmgerät und ein paar Plektren. Das klingt nach einem guten Angebot, aber um solche Preise halten zu können, müssen die Einzelkomponenten natürlich sehr billig sein. Und billige E-Gitarren machen einfach keinen Spaß: sie klingen schlecht, haben eine ungenaue Stimmmechanik und ein schlechtes oder gar kein Tremolo. Für eine spielbare E-Gitarre sollte man schon mit 165,00€ zum Beispiel für einen Fender-Nachbau rechnen. Bei den Verstärkern liegen die Preise für die preiswertesten brauchbaren Geräte bei etwa 160,00€. Wenn man das restliche Zubehör hinzurechnet, kommt man für ein passables Komplettpaket auf etwa 380,00€. Die Halsneigung von E-Gitarren kann man, wie bei der Akustikgitarre auch, mit einer Stellschraube nachjustieren. Du musst deine E-Gitarre also nicht unbedingt beim örtlichen Händler kaufen, um den Halstest zu machen. Übrigens: die E-Gitarre ist viel wichtiger als der Verstärker, du hast sie immer in der Hand, spielst sie, entwickelst auf ihr deinen Sound und deine Musik. Der Verstärker verstärkt nur das, was aus der Gitarre heraus kommt.

 

Eines möchte ich noch loswerden: deine Gitarre ist nur dein Instrument, ein Werkzeug, mit dessen Hilfe du dich musikalisch ausdrücken kannst. Das Instrument macht dein Spiel aber nicht besser, nur du selbst kannst die Qualität dessen, was aus der Gitarre herauskommt, beeinflussen. Versuche erstmal, aus deinem Instrument das beste heraus zu holen, bevor du über ein teureres nachdenkst.

Markus Krutzfeld, 2017

 

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